Kultur & News

Kultur & Tourismus in Zeiten der Krise

Kultur macht uns resilient

ein Kommentar von Katja Tschirwitz
 
Müssen wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir Musik und Kultur genießen, während nebenan ein überaus hässlicher Krieg tobt? Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt und die im Moment viele Menschen verunsichert.

Sicherheiten gibt es gerade nur wenige, aber eines ist gewiss: Unsere Widerstandskräfte zu stärken, ist heute wichtiger denn je. Wer Körper, Geist und Seele Gutes tut, hat die nötige Energie und Ausgeglichenkeit, um stürmische Zeiten unbeschadet zu überstehen und für andere da zu sein, ohne selbst auszubrennen. Die Rede ist hier von „Resilienz“, einer Fähigkeit, die in Krisenzeiten von großer gesellschaftlicher Bedeutung ist. Doch wo können wir Kraft tanken?

Wer in Franken urlaubt oder gar zuhause ist, darf sich glücklich schätzen, denn Kraftorte gibt es hier viele. Ein gut ausgebautes Radwegenetz durchzieht die abwechslungsreiche, sanft hügelige Landschaft, die vom Weinberg über die Mainauen bis hin zur Streuobstwiese viel zu bieten hat. Ein nicht unwesentlicher Teil des Radwegs, der am Mainufer entlang über 250 Kilometer von Frankfurt bis nach Bayreuth führt, verläuft durchs Fränkische. Hier bitten Biergärten unter kraftstrotzenden Kastanien zur Rast, der computergestresste Blick darf gelöst übers Wasser gleiten. Die Region wartet mit charmanten Ortschaften auf, die mit Fachwerk, Weinstuben und kopfsteingepflasterten Gassen zu entspanntem Aufenthalt einladen. Der Weinbau und die fränkische Küche, die sich vom „Blauen Zipfel“ bis zum „Gerupften“ bodenständig und unkompliziert gibt, tun ihr Übriges zur Erholung. Eine gute Gegend also, um den inneren Puls zu verlangsamen und die eigene Lebenszeit auszukosten.

Auf dem Weg zu mehr Resilienz können uns Kunst und Kultur optimal unterstützen. Dabei ist die fränkische Region mit ihren zauberhaften Orten als Kulisse für Kulturveranstaltungen wie gemacht. Kunst und Kultur verschaffen uns Zugang zu den eigenen Emotionen – ob durch Musik, Kunst, Literatur oder Tanz. Letzterer lässt uns unseren Körper besser spüren, selbst dann, wenn wir nur zusehen und gar nicht selbst mittanzen. Kultur macht uns die schönen Seiten des Lebens bewusst, hilft aber auch, Lösungsmöglichkeiten für Probleme und Krisen zu finden und diese zu verarbeiten. Kulturereignisse weiten den Horizont und bieten eine Plattform, um anderen Menschen in gelöster Atmosphäre zu begegnen. Zusammen ist bekanntlich vieles leichter …
 
Wenn Kultur dann auch noch im Grünen unter freiem Himmel stattfindet, steht auch die Ampel für die eigene Resilienz auf grün.
 
Katja Tschirwitz

Katja Tschirwitz
Kulturjournalistin & Moderatorin

Was bedeutet Kunst für mich? Sie ist mir Lebenshilfe, aktiviert mich, bringt mir Freude und Unterhaltung. Im besten Fall beflügelt sie mich zu Spiritualität und Transzendenz.

Als Kulturvermittlerin spreche ich über Musik, Bildende Kunst, Tanz und Literatur, aber auch über Kulinarik und Umweltthemen. Ich moderiere Veranstaltungen und Diskussionen, schreibe Fachartikel und Websitetexte. Gerne verflechte ich verschiedene Themen miteinander – es hängt doch alles irgendwie zusammen. Meine Arbeit gründet sich auf zwei fundierte Studiengänge im Fach Musik: meinen Master of Music („Konzertpädagogik/Musikvermittlung“) an der Hochschule für Musik Detmold und mein 1. Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien (Musik), das ich in Würzburg absolviert habe.